«The modern economy is structurally reliant on economic growth for its stability. When growth falters – as it has done recently – politicians panic. Businesses struggle to survive. People lose their jobs and sometimes their homes. A spiral of recession looms.»

- Tim Jackson

Können wir Wachstum aufgeben?

Wenn wir die Fragen behandelt haben, ob es notwendig oder erstrebenswert ist, eine Volkswirtschaft nicht mehr wachsen zu lassen, so muss weiterhin geprüft werden, ob dies überhaupt möglich wäre.

Gibt es demnach systemische Wachstumszwänge oder sind die Bedingungen, unter denen eine kontrollierte Schrumpfung oder ein Nicht-Wachstum der Wirtschaft zu erreichen wäre, gleichbedeutend mit einer faktischen Unmöglichkeit dieses Vorhabens? Letzteres ergäbe sich beispielsweise bei fehlender Akzeptanz der nötigen Maßnahmen in der Bevölkerung. Im Folgenden wird diese Problematik etwas verdeutlicht. Zu diskutieren sind mögliche Herausforderungen für die Sozialsysteme, Wachstumszwänge im Geldsystem, Umgang mit bestehender Staatsverschuldung und Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt. An dieser Stelle wollen wir uns jedoch beispielhaft auf die ersten beiden Punkte konzentrieren.

Hierbei lassen sich keine absoluten Wachstumszwänge ausmachen. Es zeigt sich allerdings, dass eine Wachstumsrücknahme enorme Herausforderungen mit sich bringen würde. Ein Blick auf das Geld- und Kreditsystem lässt erkennen, dass es wohl Anreize gibt zu wachsen, diese aber noch lange nicht einem Zwang gleichkommen. Schon eine grobe Analyse der Sozialsysteme legt jedoch den Schluss nahe, dass eine kontrollierte Schrumpfung nicht nur auf Kosten des Konsums, sondern auch zu Lasten des Wohlfahrtsstaates erfolgen würde. Dies überrascht insbesondere, weil sich vermuten lässt, dass Wachstumskritiker bereits gegenwärtig die Unterfinanzierung öffentlicher Güter, wie etwa des Bildungssystems, als problematisch ansehen.

Sind wir also in der Lage, auf Wirtschaftswachstum zu verzichten? Unser Schluss ist klar: Können oder Nicht-Können hängt in bedeutendem Maße davon ab, was die Bevölkerung bereit ist, dafür aufzugeben.

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