«The idea of unlimited growth [...] needs to be seriously questioned on at least two counts: the availability of basic resources and [...] the capacity of the environment to cope with the degree of interference implied.»

-Ernst Friedrich Schumacher

Müssen wir Wachstum aufgeben?

Spätestens seit der Club of Rome 1972 in seiner Studie “The Limits to Growth” die Tragfähigkeit der industrialisierten Wirtschaftsweise in Frage stellte, gibt es einen regen Diskurs über die natürlichen Grenzen des Wachstums. Diese konnten in neueren Studien spezifiziert werden: Rockström et al. (2009) zeigt zehn biophysikalische Grenzen auf, die den menschlichen Handlungsspielraum einschränken. Im Folgenden setzen wir uns mit zwei prominenten wachstumskritischen Argumenten auseinander, die genau diese natürlichen Grenzen unseres Planeten adressieren und daraus einen Zwang zum Schrumpfen ableiten. So wie Rockström die planetarische Grenze des Klimawandels als überschritten betrachtet, ist für Jackson (2009) die Gefahr eines unbeherrschbaren Klimawandels Anlass ein grundsätzliches Umdenken über das Wirtschaftssystem anzumahnen. Während die Notwendigkeit eines ambitionierten Klimaschutzes außer Frage steht, ist die Schlussfolgerung, die Jackson daraus zieht – eine pauschale Schrumpfung der Wirtschaft – allerdings zu hinterfragen. Darüber hinaus wird von vielen Wachstumskritikern die physische Endlichkeit mineralischer Ressourcen als Grund für die Unmöglichkeit unbegrenzten Wirtschaftswachstums gesehen. Im zweiten Abschnitt wird dieses Argument auf seine Plausibilität überprüft und zudem auf wirtschaftspolitische Auswirkungen materieller Grenzen eingegangen.

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Literatur

Jackson, Tim. 2009. Prosperity Without Growth: Economics for a Finite Planet. Earthscan.

Rockström, Johan, Will Steffen, Kevin Noone, Åsa Persson, F Stuart Chapin, Eric F Lambin, Timothy M Lenton, et al. 2009. “A Safe Operating Space for Humanity.” Nature 461 (7263). Nature Publishing Group: 472–75.